Militärvelo (19)05 - Understatement ganz Schweizer Art


Bilderquellen: mit freundlicher Genehmigung,
Philippe Schranz - Ordonanzrad Reparaturen/Ersatzteile und mehr , 
www.ordonnanzrad.ch 


Aus der Reihe: Was fährt ein Haso-Velomechaniker eigentlich privat?

Projektstatus: fertig (Doku folgt)

Symbolbild
Symbolbild

Wohl ein jeder (richtiger) Schweizer kennt es - das Militärvelo 05. Seit 1905 im Dienste der Schweizer Armee gab es bis zum neueren Mod. 1992 nur wenig Änderungen.

 

Es gibt dazu diverse Dokumentationen und Legenden (siehe unten). Seine Einfachheit und Robustheit sind Fakt. Genauso wie sein Gewicht, die im Gebirge wenig brauchbaren Bremsen und die fehlende Schaltung.

 

Das macht es einerseits zum Kultobjekt. Andererseits nutzen es nur die "ganz Harten" für den täglichen Einsatz wegen folgender Nachteile:

- hohes Gewicht

- keine Schaltung

- wenig taugliches Bremsen (Stempelbremse vorn, Rücktritt und teilw. Rollenbremse hinten)

- Ersatzteile sind nur auf dem Gebrauchtteilemarkt vorhanden

- Reparaturen nur für passionierte Mechaniker mit (antiken) Kenntnissen zu machen

- hat spezielle Felgen mit raren Wulstreifen (beschränkte Auswahl an Profilen)

 

Doch auch Vorteile sind da:

- robuste Konstruktion

- klassisches Design

- einmaliges Fahrgefühl: wie "aus einem Guss"

Die Idee, eines dieser Velos so umzubauen, dass es die nächsten Jahrzehnte Fahrfreude bringt, geisterte schon sehr lange in meinem Kopf herum. Ein Velo, an dem ich nichts mehr gross machen muss, dass sich einmalig fährt und dazu noch meinen (nicht ganz einfachen) Ansprüchen an Ästhetik entspricht.

 

UND - als bekennender Liebhaber des Friedens ist es mir immer wieder ein tiefes Bedürfniss, ehemals militärisches und dabei robustes Gerät für friedliche Zwecke langlebig und sinnvoll weiter zu nutzen. Umrüstung statt Abrüstung - Schwerter zu Spaten - Militärvelos zu Pendlerrössern ;).

 

Folgende Ziele sind dabei entstanden:

- klassisches Design soll (weitgehend) erhalten bleiben

- wartungsarm

- längstlebig

- so wertvoll, dass es mit Freude vererbt werden kann

- aktuelle Teile, die sich ohne weiteres ersetzen lassen

- Schwerpunkte Hardware: Schaltung, Bremsen, grosse Reifenauswahl, Licht

- Mindestqualität: so gut es geht (längste Standzeiten, jedoch kein überflüssiger Luxus)

 

Nun, spätestens als mir ein Occassionsmodell des Baujahres 1979 (bester Jahrgang ever) angeboten wurde, ging es los. Obwohl es bei der Übergabe platt war und ein Jahr draussen stand (inkl. Wasser im Rahmen) war es nach kurzem Pumpen fahrfähig.

 

Nach ca. einem Jahr Umbau (ausserhalb der Ladenzeiten) ging es an einem Frühlingstag zur ersten Jungfernfahrt.

 

Fazit:

- technische Erwartungen vollstädig erfüllt

- einfach beschaffbare Teilebestückung fast erfüllt (ausser spezielles Tretlager)

- ein neues Fahrgefühl ist entstanden

- Budget = nur für Liebhaber...

- nächstes Ziel schon im Auge: gleicher Umbau für den Nachfolger - Militärvelo 1992 ...

 

Dokumentation folgt (bei Gelegenheit)...

Das legendäre Wettrennen bei "Wetten dass": Ordonanzesel gegen Rennmaschine...


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